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Mensch und Technik

Das Institut für Neue Technische Form versteht sich in einer Stadt mit gleichrangig wissenschaftlichen, kulturellen und technisch-industriellen Ansprüchen als ein Bindeglied, das zwischen Experten Kenntnisse vermittelt und der interessierten Öffentlichkeit vorstellt.

Anfänge

Das Institut für Neue Technische Form, abgekürzt INTeF, ist 1952 von Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein und der Stadt Darmstadt als erstes deutsches Designinstitut gegründet worden. Darmstadt war die einzige Stadt der Bundesrepublik, die auf diese Weise gute Industrieerzeugnisse förderte und diese Aufgabe in ihre allgemeinen kulturellen Aktivitäten eingebettet hat. Zwar entstanden ähnliche Einrichtungen in München, Essen, Stuttgart oder Berlin, sie entwickelten sich aber aus den Landesgewerbeämtern oder wurden von Bund oder Land initiiert. Den Anstoß hatte das »Darmstädter Gespräch« mit dem Titel »Mensch und Technik« gegeben. In dessen Verlauf war der Wunsch nach einer ständigen Einrichtung entstanden, die sich um die Darstellung und Klärung wichtiger Zeitfragen jenes Bereichs kümmert, in dem Technik und Gesellschaft sich wechselseitig beeinflussen.

Themen / Ausstellungen

Seit 1952 wurden gleichberechtigt realisierte Gestaltungsentwürfe, experimentelle Vorschläge sowie Werkstattberichte zu dem Zentralthema Industriedesign gezeigt. Mit Design ist die Gestaltung von Produkten gemeint, die gebrauchsgerecht menschlichen Bedürfnissen entsprechen. Design wird in Zusammenhang gestellt mit Architektur, Städteplanung, Umweltgestaltung und wissenschaftlichen Themen aus Forschung und Entwicklung.
In bald 70 Jahren wurden über 250 Ausstellungen realisiert. Auch wurden Themen aus den benachbarten Gebieten Typografie, Fotografie, Architektur und Kunst behandelt. Vorgestellt wurden einzelne Designerpersönlichkeiten, herausragende Firmen und deren Zusammenarbeit mit Designern, ebenso Ausbildungsstätten und Studienarbeiten.

Wettbewerbe

Mit Designwettbewerben und der Präsentation der Ergebnisse soll der Dialog zwischen Nachwuchsdesignern und Firmen angeregt werden. Dabei will das INTeF orientieren helfen, sich beispielsweise in der unübersichtlichen Fülle der Gegenstände des täglichen Gebrauchs zurecht zu finden - durch Darstellung und Diskussion der sowohl ästhetischen, wie auch ergonomischen, funktionellen und kommerziellen Gesichtspunkten und nicht zuletzt der Frage nach Materialverbrauch und Langlebigkeit. Einblicke in Technologien und ihre Funktionsweisen sollen Zusammenhänge klären und die Kritikfähigkeit schulen.

Sammlungen

Das Institut hat in seinem Archiv verschiedenste Sammlungen, die seit seiner Gründung zusammengetragen wurden.
Produktsammlungen existieren von Firmen wie AEG, Braun, Arzberg, Rosenthal, Peill und Putzler, Bauscher, Thonet, Riedel, Zwiesel, Wiesenthal, Krups, Olivetti, Erco, Osram, Lindner, WMF, Pott, Jenaer Glas, Wilkhahn, Villeroy und Boch.
Ergänzt wird die Produktsammlung durch Modelle, Prototypen, Plakate, Fotos, Dias, Videos, Super8-Filme, Bücher, Zeitschriften und Dokumente wie Skizzen, Vorträge und Briefe.
Sammlungen der Arbeiten von Walter Maria Kersting, Wilhelm Wagenfeld, Heinrich Löffelhardt, Wilhelm Braun-Feldweg, Jupp Ernst, Gerd Lange, Dieter Rams und anderen stellen Portraits dieser Designpioniere dar.
Darunter sind Stiftungen und Nachlässe von Designern, Firmen und Privatpersonen sowie Überlassungen von Studienarbeiten von Hochschulen.

Kooperationen

Das INTeF ist Kooperationspartner regionaler und überregionaler Designinstitute sowie kultureller Einrichtungen in Darmstadt und im Rhein-Main-Gebiet, von  Forschungseinrichtungen, Schulen, Hochschulen, Firmen, Presse, Verbänden, Museen und Sammlern aus den verschiedensten Bereichen. Dabei wird besonderer Wert auf die persönlichen Kontakte gelegt. Das Institut beteiligt sich auch an Ausstellungen und Veranstaltungen anderer Institutionen im In- und Ausland z.B. auf Messen oder in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten, dem Rat für Formgebung, dem ICSID, dem VDID, dem DDC. Die Ziele sind: Förderung der Qualität industrieller Produktgestaltung und deren Anerkennung in der Öffentlichkeit, Bekanntmachung innovativer Leistungen, Nachwuchsförderung, lnformationsaustausch und Kontaktvermittlung.

Status

Das Institut für Neue Technische Form arbeitet überregional, branchenunabhängig und in konzeptioneller Eigenständigkeit.